Das "Take it easy" Manifest

von Rev. Dwayne Eutsey, Erzdudeischoff

frei übersetzt von Rev. René Lity-Ertel

 

HIER IST EINE RELIGION welche genau in unsere Zeit passt. Sie hilft uns bei allen Strikes und Pumpen und begleitet uns durch die Höhen und Tiefen dieser verdammten menschlichen Komödie. Sie hält dein Leben zusammen.

Die Religion für HIER und JETZT ist der Dudeismus.

Natürlich wird es Nihilisten und Reaktionäre geben, die das bestreiten werden (wenn sie nicht gerade Murmeltiere in deine Badewanne packen oder dir Kaffeetassen an den Kopf werfen). Und aus diesem Grund sollt ihr wissen, wie ihr auf Nicht-Dudes reagiert, die euch fragen von was zum Teufel ihr da redet, wenn ihr über Dudeismus sprecht.

 

Also: ein Grundprinzip des dudeistischen Ethos ist es "Scheiß drauf" oder "Ja, nun, das ist halt deine Meinung, Mann" zu sagen, wenn dir jemand aufgrund deines Glaubens ans Bein pinkeln will. Aber wir reden hier von unkontrollierbaren theologischen Aggressionen, wo du ganz klar eine Grenze durch den spirituellen Sand ziehen musst. Und diese Grenze wird nicht übertreten - übrigens, Dude: "Glaube" ist bei uns nicht die bevorzugte Wortwahl. "Weltanschauung", bitte.

 

Also von was zur Hölle rede ich hier? Hab den Faden verloren. Wie auch immer, um den Dudeismus als eine wirkliche Religion, Weltanschauung, oder wasweißich zu rechtfertigen, muss ein Dudeist zunächst eine sehr grundlegende Frage beantworten: Was macht eine Religion aus? Ist sie bereit das Richtige zu tun, unabhängig vom Preis? Ist es nicht das, was eine Religion ausmacht? Oder brauch man dazu noch einein paar Testamente? Nun, Alter, wir wissen es einfach nicht.

 

Religion ist eine sehr komplizierte Sache. Viel Biblisches rein, viel rituelles raus... ganz schön viel klerikales Zeug, was du im Kopf haben musst, Mann. Es gibt ne ganze Menge religiöses, das für uns einfach keinen Sinn ergibt. Ehrlich, das kann einen ganz schön benebeln. Aber es gibt einige grundlegende Tools, die dir eine einzigartige Grundlage verschaffen um zu bestätigen, ob Dudeismus eine Religion ist oder eben nicht. Zunächst einmal ist es gut zu definieren worüber wir in Gottes Namen nochmal reden, wenn wir das Wort "Religion" benutzen.

Ein weiser Typ hat mal gesagt, dass "Religion" seine Wurzel in dem lateinischen Wort "ligo" hat, was "binden" bedeutet. Das ist ein guter Anfang denke ich, weil die grundlegende Lehre des Dudeismus vielfältige Anhänger miteinander verbindet. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten den Dudeismus als Religion zu erklären, und das nicht auf Latein. Hier sind nur ein paar. Alles klar, hier zu den Beispielen Die Schönheit des Dudeismus liegt in seiner Schlichtheit. Wenn eine Religion zu komplex wird kann das alles ganz schön in die Hose gehen.

Deshalb ist die „Wovon/Wohin/Womit-Regel“ zur Identifizierung einer Religion eine großartige Sache um Nicht-Dudeisten unsere Gesinnung klarzumachen.

 

Ein Beispiel:

Wenden wir diese Methode auf den Buddhismus (ein Kumpel auf Augenhöhe des Dudeismus) an, kannst Du die Lehre damit leicht auf ihren Punkt bringen:

 

Wovon will uns Buddhismus befreien? Leiden

Wohin will uns der Buddhismus bringen? Nirvana (ein streitbarer Punkt, aber kein Thema hier. Anm. des Übersetzers)

Womit versucht der Buddhist das zu erreichen? Dem Edlen Achtfachen Pfad.

 

Ist das nicht verdammt interessant, Alter? Und nun lass es uns mit dem Dudeismus versuchen:

 

Wovon will uns Dudeismus befreien? Nicht alles so ernst zu nehmen.

Wohin will uns der Dudeismus bringen? Alles leichter zu nehmen.

Womit versucht der Dudeist das zu erreichen? Dadurch, einfach man selbst zu sein.

 

Also wenn das mal nicht verdammt genial ist weiß ich es auch nicht.

 

Wenn Du’s definierst ist es DREEMMS

 

Aber an was glauben Dudeisten? Nun, obwohl du deine Geschichte hast und ich meine sind da so ein paar Sachen, die uns verbinden, so wie ein gemeinsames Wanderlied die Pfadfinder.

Um besser klarzumachen wovon ich hier fasel nutze ich die sieben Dimensionen der Religion nach Ninian Smart (wieder jemand, der weiser ist als ich):

 

Doktrin, Ritual, Ethik, Erlebnis, Mythos, Material und Soziales – oder im Sprachgebrauch religiöser Studien halt DREEMMS.

 

Doktrin (die systematische Formulierung von religiösen Lehren in einer intellektuell zusammenhängenden Form):

So wie Zen ist der Dudeismus nicht sonderlich dogmatisch; wir bevorzugen die direkte Erfahrung die Dinge leicht zu nehmen und betrachten oft beide Seiten einer Münze um diese bescheidene Aufgabe umzusetzen.Möglicherweise lautet die dudeistische Weise einer Doktrin so:

 

“Manchmal isst Du den Bären, und, nunja, manchmal frisst der Bär halt Dich.”

 

Hört sich das wie so ne fernöstliche Weisheitssache an? Weit gefehlt, Dude.

 

Ritual (Formen und Regeln von Zeremonien):

Dudeisten habens auch nicht so wirklich mit Ritualen. Allerdings sind da so ein paar Dinge zu denen wir uns treffen um gemeinsam zu Entspannen. Beispielsweise Bowling oder rumfahren, den gelegentlichen Acid Flashback oder gemeinsam Creedence hören. Manche Dudeisten sind Shomer Shabbats, und das ist völlig in Ordnung.

 

Ethik (Regeln über menschliches Verhalten):

Im Dudeismus gibt’s da nicht viele Verhaltensregeln. Allerdings sind wir uns darüber bewusst, das wir in eine Welt des Schmerzes eintreten wenn wir es übertreiben und uns ist jederzeit klar was passieren kann, wenn wir jemanden derbe verarschen, den wir nicht kennen.

 

Erlebnis (der Kern persönlicher Erfahrung):

Einfach (selbst) sein, Mann. Und nicht alles so verdammt ernst zu nehmen.

 

Mythos (Geschichten, die auf verschiedenen Ebenen funktionieren und eine ziemlich komplette und systematische Interpretation unseres Universums und über den Platz der Menschheit darin anbieten):

The Big Lebowski ist unser Gründungsmythos. Genauso wie das Neue Testament auf der Geschichte von Jesus Christus basierend ein Bild vom heiligen Christus erschafft, der "für uns Sünder gestorben ist", liefert der Film basierend auf dem echten Dude (Jeff Dowd), einen mythischen Film-Dude (Jeff Bridges), der “das Leben für uns Sünder nicht so ernst nimmt".

 

Material (gewöhliche Plätze und Objekte die das heilige oder Übernatürliche symbolisieren/manifestieren):

 

Dieser Teppich hat das Zimmer erst richtig gemütlich gemacht, findest Du nicht auch?

 

Soziales (Haltung und gemeinsames System einer Gruppe. Oftmals Regeln, über die sich die Mitglieder duch gemeinsame Beteiligung an ebendiesen identifizieren ):

Wir sind offen für alle…Pazifisten, Veteranen, Surfer, Bumsfreunde, Vaginalkünstlerinnen, Videokünstler mit Sprung im Arsch, tanzende Vermieter, nette Doktoren und gründliche, rätsehlhafte Fremde, Privatschnüffler…und wir sind stolz auf jeden.Zu den Leuten, die überhaupt nicht in den Dudeismus gehören zählen wir: Teppich-Urinierer, Nervlinge, Nihilisten, Nazis, menschliches Paraquat (Pflanzenschutzmittel, Gift – Anm. d. Übersetzers), Pädophile, verkackte Faschisten, Reaktionäre und wütende Taxifahrer. Na, auch solche Freunde, Gary?

 

Aw, verdammt. Ich hab jetzt echt genug in den Dudeismus eingeleitet.

 

Obwohl den Dudeisten 3000 Jahre beschaulicher Tradition fehlen, von Moses bis Sandy Koufax, so teilen wir doch die großen spirituellen Einsichten miteinander, welche uns die großen Dudes der Geschichte mitgeteilt haben.

Oder wie es unser Dudely Lama mal für uns zusammengefasst hat:

 

“Life is short and complicated and nobody knows what to do about it. So don’t do anything about it. Just take it easy, man. Stop worrying so much whether you’ll make it into the finals. Kick back with some friends and some oat soda and whether you roll strikes or gutters, do your best to be true to yourself and others – that is to say, abide.”

 

Mit diesem Wissen kannst du nun irgendwann mit einem Lächeln auf deinem Gesicht abtreten. Ohne das Gefühl zu haben der Liebe Gott hätte Dich ständig nur verarscht.

Darum geht’s schlussendlich im Dudeismus.

 

Bis dann.